Der erste Besuch der zukünftigen Schwiegertochter oder des Schwiegersohns Teil 3

Sektempfang auf einer HochzeitDas gemeinsame Essen

Letzte Woche beschrieb ich die Begrüßungsrituale und die Warming-up-Phase. Diesmal erörtere ich die Königsdisziplin: jemanden zu Hause zu bewirten und im Speziellen die zukünftige Schwiegertochter oder den Schwiegersohn.

  • Bieten Sie Ihrem Gast seinen vorgesehenen Platz an – er sollte nicht danach fragen müssen.
  • Der Vater setzt sich direkt nach dem Gast hin.
  • Der Vater schenkt als Mundschenk ein und nach.
  • Nötigen Sie Ihrem Gast keine Speisen oder Getränke auf.
  • Dem Gast wird die wichtigste Platte oder Schüssel zuerst gereicht. Erst dann nehmen sich die anderen.
  • Platten und Schüsseln werden keineswegs kreuz und quer weitergereicht, sondern nur im Uhrzeigersinn – in seltenen Fällen auch entgegen dem Uhrzeigersinn.
  • Als Köchin wünscht die Mutter vor jedem Gang einen „Guten Appetit“ und beginnt mit dem Essen. Siehe auch https://knigge-reich.de/blog/2014/02/06/wer-sagt-guten-appetit/
  • Jeder am Tisch wird immer wieder gefragt, ob man ihm noch etwas reichen kann – nicht nur dem Gast.
  • Während des Essens darf der Gast sich aber selbst nach Ankündigung unaufgefordert nachnehmen – beispielsweise über die rhetorische Frage: „Darf ich mir noch etwas von der Soße nehmen? Sie ist sehr lecker.“
  • Die Mutter fragt nicht nach, ob es schmeckt. Der Gast wird ehrlich erwähnen, wenn es ihm mundet.
  • Beim Essen wird ausgiebig locker geredet. Alle Anwesenden werden mit einbezogen.
  • Die Gastgeber stellen vorwiegend offene Fragen.
  • Vermeiden Sie Monologe.
  • Einer der wichtigsten Knigge-Regeln ist: Bringen Sie niemanden in Verlegenheit. Erzählen Sie also nichts Peinliches, erwähnen Sie keine vergangenen Liebschaften und stellen Sie Ihren Gast nicht auf die Probe.
  • Die Mutter erlaubt dem jungen Gast, beim Abräumen mitzuhelfen, wenn er danach fragt.
  • Hilfsbereitschaft und das Annehmen der Hilfe schaffen Vertrauen.
  • Beim ersten Besuch wird der Gast seine Hilfe beim Abräumen erst anbieten, wenn das gesamte Essen beendet ist. Auf diese Weise unterbrechen Sie nicht das Tischgespräch.
  • In der Küche zeigt die Mutter dem Gast, wo er das Geschirr hinstellen darf. Die Spülmaschine wird niemals von Gästen mit eingeräumt.

Über Vera Reich

Vera Reich ist Expertin für alle Fragen rund ums gute Benehmen. In ihrem Blog „Knigge für Alle – was Viele nicht wissen“ beantwortet sie häufige Fragen zum Thema Knigge, gutem Umgang und guter Kommunikation. Vera Reich ist von der IHK zertifizierte Knigge-Trainerin sowie Fördermitglied des Deutschen Kniggebund e.V. Sie bietet regelmäßig Knigge-Seminare für Sie oder Ihre Mitarbeiter an.

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