Essenswünsche und Unverträglichkeiten

laktose-freiAn alle Vegetarier und Allergiker: Bitte weisen Sie vorher auf Ihre Wünsche hin! Wenn erstmal serviert ist, dann ist es meist zu spät, um noch etwas am Menü zu ändern.

Eleganter ist es natürlich, wenn Sie – als der perfekte Gastgeber – Ihre Gäste einfach rechtzeitig fragen, ob bestimmte Gerichte problematisch sind.

Wenn Sie einen großen Event planen, dann schreiben Sie in die Einladungen: „Teilen Sie uns bitte mit, ob Sie Essensunverträglichkeiten haben oder Vegetarier sind.“

Sollten Sie à la carte essen, brauchen Sie das nicht unbedingt beachten. Die Gastronomie ist auf diese Fälle vorbereitet.

Über Vera Reich

Vera Reich ist Expertin für alle Fragen rund ums gute Benehmen. In ihrem Blog "Knigge für Alle – was Viele nicht wissen" beantwortet sie häufige Fragen zum Thema Knigge, gutem Umgang und guter Kommunikation. Vera Reich ist von der IHK zertifizierte Knigge-Trainerin sowie Fördermitglied des Deutschen Kniggebund e.V. Sie bietet regelmäßig Knigge-Seminare für Sie oder Ihre Mitarbeiter an.

Ein paar Kommentare zu “Essenswünsche und Unverträglichkeiten

  1. N.

    Wie sieht es aus wenn man zu einem Kunden fährt? In der Mittagspause gehen alle zusammen in die Kantine, der Kunde gibt aus, es gibt nichts veganes. Oder es werden Brötchen bestellt. Wenn man Glück hat kann man vorher noch Wünsche äußern. Ich habe deshalb immer gerne mein eigenes Essen dabei. Das erspart mir unangenehme Fragerei und das Risiko, dass ich am Ende doch nichts bekomme. Mein Kollege findet das nicht in Ordnung, eigenes Essen mitzubringen.

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    1. Vera Reich Autor des Beitrags

      Liebe Nicole,

      ich muss Deinen Kollegen recht geben, es ist nicht gerade weltmännisch und weltfrauisch, sein Essen mit zum Kunden zu nehmen, nur weil man spezielle Wünsche hat, die in der Regel nicht berücksichtigt werden.

      Die Toleranz und Flexibilität, von Gastgebern ist leider noch sehr eingeschränkt, hier findet gerade eine stille, kleine und langsame Revolution statt, die Gastgeber ins grübeln bringen.
      Du selbst gibst dadurch ein klares Statement ab, mit dem der Ein oder Andere noch nicht zurecht kommt und noch nicht darauf eigestellte ist.

      Im Business, ist allerdings der Kunde König, man möchte als Vertriebler und Berater nicht kompliziert, anders denkend oder speziell rüber kommen. Die Assoziation dies mit dem Produkt und Deiner Arbeitsweise in Verbindung zu bringen, liegt leider in der Natur des Menschen.

      Kunden wollen nicht bekehrt oder in Verlegenheit gebracht werden, sie wollen es so einfach wie möglich.

      Stellen Dir vor, Du bist in Asien, Indien, Latein Amerika…. beim für das Unternehmen existenziellen Kunden zum Dinner eingeladen, dort herrschen noch einmal ganz andere, herausfordernde Regel.
      Gehe lieber hungrig raus, iss vorher heimlich oder nur das was Dir behagt. Nimm es gelassen, mit Humor und lass Dich nicht in Abseits drängen.
      Du glaubst nicht wie viele extrem erfolgreiche Berufstätige, mal ein Auge zudrücken und einiges über sich ergehen lassen.

      Deine Entscheidung

      Vera Reich

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  2. Birgit

    Ich kenne einen Fall, bei dem auch das Mitbringen des eigenen Essens nicht den Konflikt zwischen Vegetariern und Fleischessern verhindert hat:
    Besagter Vegetarier ist zu einer Gruppe Fleischessern zum Grillen eingeladen und bringt sein Grillgut selbst mit, da er weiß, dass es dort nichts für ihn gibt.
    Nachdem dort auf dem Rost schon Fleisch gebraten wurde, verlangte der Vegetarier, dass der Rost abgewischt werden solle, damit er sein vegetarisches Grillgut drauf legen könne. Das Ansinnen wird abgelehnt und der Vegetarier verlässt wütend die Veranstaltung.

    Das führt zu folgenden Fragen:
    Muss ein Gastgeber, wenn er von den Essensgewohnheiten des Gastes weiß, dafür sorgen, dass der Gast auch etwas zu essen bekommt?
    Oder: Muss ein Gast, der etwas eigenwillige Essensgewohnheiten hat, unter Umständen hungrig nach Hause gehen oder kalt essen?

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    1. Vera Reich Autor des Beitrags

      Liebe Brigit,

      Ihre Frage ist total spannend, denn wie sich beide Verhalten haben, kann nur zur Eskalation führen.

      Knigge’s und meine Devise ist, im Vorfeld die Fakten abzuklären, damit zu gegeben Zeit, keine Komplikationen oder Missverständnisse entstehen.

      Heisst im konkreten:
      Ein toller, aufmerksamer Gastgeber geht davon aus, dass Vegetarier und Veganer anwesend sein werden. Damit sich alle wohlfühlen und er sie alle willkommen heisst, wird bereit vor der Feier, von Gastgeber Seite jeweils informiert, dass ein Teil des Rostes, eine neutrale Pfanne oder sogar ein extra Grill für Vegetarier und Veganer bereit sein wird.
      So ist es wünschenswert, doch nur im Geschäftsleben und behobener Gesellschaft üblich.

      Vegetarier und Veganer kennen das Dilemma, Fleisch- und Fischesser verhalten sich, milde gesagt, oft dominant. Mit dieser Vorkenntnis kann man mit dem richtigen Ton und dem Timing viel bewirken.
      Im Konkreten:
      Wenn zu erwarten ist, dass der Gastgeber Veganer und Vegetarier nicht berücksichtigt, kann man doch vorher anrufen oder schreiben, ob man eine Pfanne mitbringen soll, oder man ein Teil der Rostes sauber machen darf.
      Gute Freunde, können sogar als Gast einen kleine extra Grill mitbringen, doch der Gastgeber will das sicher vorher wissen.

      Im Gespräch bleiben, informieren, sich absprechen, vorhersehbares einschätzen und negatives rechtzeitig abwenden ist das beste Fundament für gelungene Zusammenkünfte.

      Beste Grüße

      Vera Reich

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